Job am Flughafen

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Sicherheitskontrolle ist der Begriff für eine ganz allgemeine Personenüberprüfung. Das geschieht an Veranstaltungsorten, in Museen oder auch in Behörden wie bei Gericht. Juristisch gesehen handelt es sich dabei um die Befugnis zum Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Besuchers. Der muss es sich, wie man sagt gefallen lassen, dass er am Körper kontrolliert, sprich abgetastet, und dass sein mitgeführtes Handgepäck auf sicherheitsrelevante Gegenstände hin durchsucht wird. Die Luftsicherheitskontrolle ist ein wesentlicher Teilaspekt dieser Sicherheitskontrolle; dazu berechtigt beziehungsweise vom Gesetzgeber beauftragt ist die Luftsicherheitskontrollkraft (Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände). Unterschieden wird in das Kontrollieren der Fluggäste sowie in das von Gegenständen wie Flug- und Reisegepäck sowie von Flugfrachtgut. Abhängig von der Fluggesellschaft sowie von dem Reiseland werden durchaus mehr als eine Kontrolle durchgeführt. Ursprünglicher Anlass für die heutzutage sehr genauen Luftsicherheitskontrollen war „der 11. September 2001“. In der Folge wurde auch in Deutschland die Luftsicherheit deutlich intensiviert und als eines von mehreren Ergebnissen das Luftsicherheitsgesetz LuftSiG ab dem Jahr 2005 in Kraft gesetzt. Darin wird in den Luftsicherheitsassistenten sowie in die Luftsicherheitskontrollkraft unterschieden. Grundlage für deren Tätigkeit sind die §§ 5 ff LuftSiG.

Abwechslungsreicher Arbeitsalltag für die Luftsicherheitskontrollkraft

Das Tätigkeitsfeld erstreckt sich nicht nur auf die Sicherheitszone vor den Abfluggates, sondern darüber hinaus auf alle Bereiche des Flughafengeländes. Das Aufgabengebiet der Luftsicherheitskontrollkraft ist sowohl von der Zuständigkeit als auch von der Verantwortung her deutlich größer als das des Luftsicherheitsassistenten. Der ist ausschließlich für die Personen- und die Handgepäckkontrolle der Passagiere im Sicherheitsbereich der Abflughalle zuständig. Die Luftsicherheitskontrollkraft hingegen kann auf dem gesamten Flughafengelände Kontrollen von Personen und Sachen vornehmen wie Mitarbeiter vom Flughafenbetreiber, von Fluggesellschaften sowie von Unternehmen und Subunternehmen, die hier präsent sind.

Zu den Tätigkeitsbereichen gehören

  • Passagierkontrolle
  • Reise-, Hand- und Fluggepäckkontrolle inklusive der inhaltlichen Überprüfung
  • Aussortieren von gefährlichen und/oder verbotenen flüssigen sowie festen Gegenständen
  • Professionelle Handhabung von Scannern, Röntgengeräten, Handsonden sowie von Sprengstoff-Spürgeräten
  • Objektbewachung auf dem Flughafengelände
  • Parkplatzbewirtschaftung nebst Diebstahlsicherung
  • Flugzeugeinweisung mit Push-Back sowie weitere Groundhandler-Tätigkeiten
  • Fluggasttransport vom Terminal zum Flugzeug nebst weiteren Fahrdiensten auf dem Rollfeld
  • Dokumenten- und Frachtkontrolle
  • Annahme von Sperrgepäck
  • und anderes mehr gemäß den EU-Richtlinien für die betreffenden Personengruppen

Dreimonatige Umschulung mit Grund- und Fachausbildung

Die Ausbildung, alternativ auch Umschulung zur Luftsicherheitskontrollkraft genannt, dauert für drei Monate am Stück. Sie ist sowohl mit Theorie als auch mit Praxis modular aufgebaut. Am Ende der Ausbildung steht eine behördliche Prüfung. Der Begriff Umschulung wird deswegen anstelle von Ausbildung gebraucht, weil die Luftsicherheitskontrolle kein eigener, separater Ausbildungsberuf ist; sie ist vielmehr ein Teilbereich der Sicherheitskontrolle aus solcher.

Hauptinhalte der vierteljährlichen Umschulung sind

  • Kontrolle von Personen inklusive Fluggästen nebst mitgeführten Gegenständen und Dokumenten
  • Kontrolle von Fracht-, Post- und Dokumentensendungen
  • Sensibles Durchsuchen per Hand mit den richtigen Durchsuchungstechniken
  • Bedienen jeglicher Sicherheitsausrüstungen auf dem Flughafengelände
  • Situationsgerechtes Reagieren auf sicherheitsrelevante Ereignisse
  • Qualitätskontrollen national, EU-gemeinschaftlich sowie international
  • Grundkenntnisse in der Struktur der internationalen Luftsicherheit
  • Ergreifen von Sofortmaßnahmen im Einzel- und Notfall
  • und weiteres

Diese Beispiele machen deutlich, dass von der Luftsicherheitskontrollkraft deutlich mehr erwartet wird als das „stereotype Kontrollieren von Fluggästen und deren Handgepäck“. Menschen sind unberechenbar, und bei täglich Zigtausenden Personen auf dem Flughafengelände kann jederzeit etwas passieren. Niemand weiß wann, wo und was. Von der Luftsicherheitskontrollkraft wird in solchen Situationen erwartet, dass sie die Gefahrenlage direkt erkennt, analysiert und dann blitzschnell richtig entscheidet. Während der Umschulung können noch so viele Ereignisse durchgespielt werden; wenn es darauf ankommt, handelt es sich immer um eine andere und vor allem reale Situation. Dann muss die Luftsicherheitskontrollkraft nicht nur zeigen was sie gelernt hat, sondern darüber hinaus auch, was sie tatsächlich kann.

Fortbildung nach der Ausbildung

Im Anschluss an die Umschulung bestehen für die Luftsicherheitskontrollkraft mehrere Möglichkeiten, sich fortzubilden und auf bestimmte Kontrollbereiche zu spezialisieren. Unterschieden wird dabei in die drei Personengruppen nach den Nummern 11.2.3.1a, 11.2.3.2 sowie 11.2.3.1b entsprechend dem § 9 LuftSiG. Diese Personengruppen unterscheiden sich vor allem in den Tätigkeiten, die sie in ihrem Arbeitsalltag ausführen.

Zu den Hauptunterscheidungsmerkmalen gehören die

  • Fluggastkontrolle
  • Waren- und Personalkontrolle
  • Post- und Frachtkontrolle

Neben diesen Arbeiten sind nach dem LuftSiG vielfältige weitere Dienstleistungen erforderlich, um einen reibungslosen Ablauf am Flughafen zu gewährleisten. Das geschulte Personal wird von Sicherheitsunternehmen auch für interne Aufgaben wie beispielsweise für einen direkten Kontakt mit den Fluggästen zur Verfügung gestellt. Die Luftsicherheitskontrollkraft wird bei dem Sicherheitsunternehmen angestellt und am Flughafen eingesetzt, sozusagen dorthin abgeordnet.

Die mittel- bis langfristigen beruflichen Aussichten sind ausgesprochen gut. Sicherheit steht am Flughafen an oberster Stelle; kontrolliert wird im wahrsten Sinne des Wortes alles und zu jeder Zeit. Im Grunde genommen besteht an jedem Verkehrsflughafen ein ständiger Bedarf an zuverlässigen, erstklassig geschulten Luftsicherheitskontrollkräften.