Job am Flughafen

Das Original aus Hamburg - Seit 2014

Luftsicherheitskontrollkraft am Flughafen Schönefeld

Der internationale Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld war bis zur politischen Wende der Zentralflughafen für die damalige DDR und Heimatflughafen der staatlichen Fluggesellschaft Interflug. Zu Beginn der 2020er-Jahre ist Schönefeld neben Tegel einer der beiden Hauptstadtflughäfen. Mit Inbetriebnahme des neuen BER, Großflughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt wird der Flugbetrieb in Schönefeld eingestellt. Aufgrund seiner südlich angrenzenden Lage an den BER soll die heutige asphaltierte Flugbahn in den Maßen 3.600 x 45 Meter als zukünftige BER-Nordflugbahn genutzt werden.

Luftsicherheitskontrollkraft am Flughafen Schönefeld – Job mit Kompetenz und Verantwortung

Sicherheitsrelevante Ereignisse wie der Anschlag vom 11. September 2001 haben zu entscheidenden Veränderungen im gesamten Bereich der Luftsicherheit geführt. Eine Konsequenz daraus ist in Deutschland das Luftsicherheitsgesetz aus Mitte der 2000er-Jahre, abgekürzt LuftSiG. Zu den seit damals verstärkten Sicherheitsmaßnahmen gehören Fluggast- und Gepäckkontrollen. Dieses Aufgabengebiet für die Flughafensicherheit obliegt der Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände - kurz: Luftsicherheitskontrollkraft - auch am Flughafen Schönefeld.

Während nach § 5 LuftSiG die Zuständigkeit des Luftsicherheitsassistenten ausschließlich auf die Kontrolle von Passagieren und deren Handgepäck begrenzt ist, gehen Zuständigkeit und Verantwortung der Luftsicherheitskontrollkraft gemäß § 8 LuftSiG deutlich weiter. Dementsprechend anspruchsvoller ist auch die Ausbildung beziehungsweise Umschulung zur Luftsicherheitskontrollkraft.

Ausbildung und Umschulung – Einstellungsvoraussetzungen und Lehrinhalte

Die potentielle Luftsicherheitskontrollkraft muss mit der Ausbildungsdauer von bis zu drei Monaten rechnen. Der Mix aus Theorie und Praxis ist modular aufgebaut.

Zu den persönlichen Eignungsvoraussetzungen gehören:

  • Schulabschluss mindestens der Mittleren Reife oder abgeschlossene Berufsausbildung
  • abgeschlossene Ausbildung nach § 8 LuftSiG mit bestandener Prüfung vor der dafür zuständigen Behörde
  • physische Fitness sowie psychische Belastbarkeit
  • Bereitschaft zur Schicht- sowie zur Wechselschichtarbeit
  • polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintragung
  • einwandfreier Leumund sowie positive Schufa
  • Teamfähigkeit, gepflegte Gesamterscheinung und sympathisches Auftreten

Die Ausbildungsinhalte sind in die folgenden Kontroll- und Arbeitsbereiche nach der EU-Verordnung 185/2010 aufgeteilt

  • 11.2.3.1b – Personal, Waren, Fahrzeuge gemäß § 8 LuftSiG; weiterhin Bordkartenkontrolle, Alarmverfolgung, Streifen- und Festposten sowie Kontrollgänge, Sicherheitsbegleitung für Flughafenanlieferungen, Überwachung Externer wie beispielsweise Bauarbeiter, Lieferanten, Handwerker, ...
  • 11.2.3.2. – Fracht und Post gemäß § 9 LuftSiG; weiterhin Röntgenkontrolle von Frachtgut, Post und Warenpaketen, Flugzeug- und Kabinendurchsuchung, Flugzeugversiegelung, Sicherung abgestellter Flugzeuge vor unberechtigtem Zugang, Zugangskontrolle zum Flugzeug, Kontrolle von Bordvorräten und deren Versiegelung, ...
  • 11.2.3.1a – Personen und Handgepäck, mitgeführte Gegenstände sowie aufgegebenes Gepäck sind nach § 5 LuftSiG Tätigkeiten, die vorwiegend vom Luftsicherheitsassistenten, aber auch von der Luftsicherheitskontrollkraft ausgeübt werden

Joballtag der Luftsicherheitskontrollkraft am Schönefeld Airport

Die Jobbeschreibung lautet kurz und bündig: Gewährleistung der Sicherheit am und auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Die sogenannten gesetzlichen Pflichtaufgaben nach dem LuftSig werden im Arbeitsalltag vielfältig ergänzt.

Dazu einige Beispiele

  • VIP-Service für Fluggäste bei Annahme des Reisegepäcks, bei Abgabe am Check-in oder bei der Sperrgepäckannahme
  • Orientierungshilfe allgemein sowie beim Quick Check-in
  • Begrüßungs- und Orientierungshilfe für Passagiere in der jeweiligen – gängigen - Landessprache
  • Klassische Bewachungstätigkeit mit Alarmverfolgung und Diebstahlsicherung
  • Parkplatzbewirtschaftung Parkhaus und Freiparkplätze
  • Fahrdienst auf dem Rollfeld für den Transport der Fluggäste vom Terminal zum Flugzeug und umgekehrt
  • Flugzeugeinweisung
  • Push-Back, das heißt Schleppen von Flugzeugen
  • Groundhandler-Tätigkeit ganz allgemein
  • Dokumentenberatung für Fluggesellschaften zur Vermeidung von Einreisestrafen
  • Passagierdatenerfassung und Profiling von der Reiseabsicht bis zur Aufenthaltsberechtigung
  • Line-Management für das geordnete Zuführen von Passagieren zum Check-in oder zur Sicherheitskontrolle
  • Annahme und Bearbeitung von Sperrgepäck
  • sonstige Über- und Bewachung von Personen, Gebäuden, Hallen, Immobilien und Freiflächen
  • ...

Schon während der Ausbildung zur Luftsicherheitskontrollkraft wird der Fokus auf die getrennten Tätigkeitsbereiche nach § 8 oder § 9 LuftSiG gerichtet. Ein flexibler Einsatz ist ungeachtet dessen sowohl gewünscht als auch notwendig. Im Endeffekt wird erwartet, dass die Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände auch kurzfristig und ad hoc dort einsetzbar ist, wo am Flughafen Schönefeld ein konkreter Kontrollbedarf besteht.

Berufliches Fortkommen - von Schönefeld zum Großflughafen BER

Die Möglichkeiten sind hier in Schönefeld aufgrund der besonderen Gegebenheiten außergewöhnlich gut. Zum einen werden ganz allgemeine Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. Zum anderen ergibt sich mit Inbetriebnahme des Großstadtflughafens BER eine einmalig neue Situation. Betreiber aller Berliner Flughäfen ist die FBB, Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Mit Eröffnung des neuen und deutlich größeren Flughafens wird ungleich mehr Kontrollpersonal benötigt als zurzeit in Schönefeld und Tegel. Da liegt es nahe, dass der Flughafenbetreiber sowie andere Arbeitgeber wie Airlines und Sicherheitsunternehmen auf ihre bislang bewährten Beschäftigten unter den Luftsicherheitskontrollkräften zurückgreifen. Das Aufkommen am Flugverkehr steigt schon jetzt in Schönefeld von Jahr zu Jahr und geradezu signifikant am zukünftigen BER. Stufen auf der Karriereleiter sind Team-, Gruppen- und Schichtleiter, bis hin zum Dienststellenleiter.

Für manchen ist es das i-Tüpfelchen, Ausbilder für Flugsicherheitskontrollkräfte zu werden. Das ist sicherlich nicht die Regel, aber keineswegs unmöglich. Ohne qualifizierte Ausbilder kann nicht ausgebildet werden. Fest steht im Übrigen auch, dass der Job als Luftsicherheitskontrollkraft am Flughafen Schönefeld dauerhaft und krisenfest ist.

Die derzeitige Kapazität von 12 Mio. Fluggästen in Schönefeld steigt auf bis zu 30 Mio. am BER, der nach aktueller Planung im Herbst 2020 in Betrieb geht.