Job am Flughafen

Das Original aus Hamburg - Seit 2014

Mit dem Luftsicherheitsgesetz wird die Tätigkeit einer Luftsicherheitskontrollkraft bzw. einer Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände geregelt. Neben einer fundierten Ausbildung, die mit einer behördlich vorgeschriebenen Prüfung abschließt, müssen auch die Soft Skills gepflegtes Auftreten, höfliche Umgangsformen sowie ruhiges aber bestimmtes Handeln erfüllt werden. Zu den Hard Skills zählt unter anderem ein eintragungsfreies polizeiliches Führungszeugnis. Die dreimonatige Ausbildung zur Luftsicherheitskontrollkraft wird als modular aufgebaute Umschulungsmaßnahme durchgeführt.

Zuverlässigkeit ist ein Muss

Zu den Voraussetzungen zur Ausübung des Jobs als Luftsicherheitskontrollkraft am Flughafen Hamburg und anderswo schreibt Paragraf 7 des Luftfahrtsicherheitsgesetzes den Nachweis der Zuverlässigkeit vor. Da die Sicherheitskontrollen an einem Flughafen rund um die Uhr durchgeführt werden müssen, muss ein Bewerber außerdem mit Schichtdiensten einverstanden sein. Basis der Tätigkeiten sind Kenntnisse der Rechtsvorschriften und der Fachkenntnisse, um in einem hoch sensiblen Bereich arbeiten zu dürfen. Sicherheitsrelevanten Zwischenfällen muss mit bestimmten erlernten Verhaltensweisen begegnet werden, um unerlaubte Gegenstände auf dem Kontrollbildschirm zu klassifizieren. Dabei kommt es auf ein fundiertes methodisches Fachwissen an, das zudem auch mögliche Versteckvarianten beinhaltet, die es schnell und korrekt aufzufinden gilt. Eine weitere Grundvoraussetzung besteht im direkten Umgang mit Fluggästen in Zusammenhang mit den internen Abläufen der Flughafenorganisation, um im Fall der Fälle direkt reagieren zu können.

Spezifiziertes persönliches Profil muss für eine Umschulung erfüllt sein

Darüber hinaus sind folgene Anforderungen zu erfüllen:

  • Schulische Voraussetzung ist entweder die mittlere Reife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung, die § 8 LuftSiG entsprechen und nachgewiesen werden muss.
  • Der Bewerber muss fit und stressresistent sein, Teamgeist beweisen und Motivationsfähigkeit besitzen. Wichtig für die berufliche Laufbahn ist außerdem Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein.
  • Vorstrafen und Einträge im polizeilichen Führungszeugnis werden nicht akzeptiert und führen zur sofortigen Disqualifizierung von der Umschulungsmaßnahme.

Stressiges aber abwechslungsreiches Tätigkeitsumfeld

Eine EU-weit geltende Verordnung umschreibt die einzelnen Tätigkeitsbereiche, in denen die Luftsicherheitskontrollkräfte auch am Flughafen Hamburg eingeteilt werden können. Fachleute sind von den positiven Zukunftsaussichten überzeugt, ihre Argumente hängen mit den steigenden Zahlen des nationalen und internationalen Flugverkehrsaufkommens zusammen. Was die internen Karrieremöglichkeiten angeht, können sich die Sicherheitskontrolleure in Abstimmung mit ihren Arbeitgebern bis zum Ausbilder für Luftsicherheitskontrollkräfte hocharbeiten, sofern es sich um erfahrene Mitarbeiter mit hervorragenden Arbeitsergebnissen handelt.

Trennung der beiden Berufsbilder

Für die ausschließliche Kontrolle von Flugpassagieren und deren Handgepäck ist laut Luftsicherungsgesetz (Paragraf 5) der Luftsicherheitsassistent verantwortlich. Seine Kompetenzen unterscheiden sich von denen einer Luftsicherheitskontrollkraft durch Paragraf 8. Der Luftsischerheitsassistent verfügt über eine Beleihung, die es ihm erlaubt, Reisende zu durchsuchen - eine Aufgabe, die sonst nur der Polizei vorbehalten ist. Als Aufgabenerweiterung ist hingegen ausschließlich die Luftsicherheitskontrollkraft zuständig für die Mitarbeiterkontrolle, die Kontrolle des aufgegebenen Gepäcks und der Poststücke.

Das Luftsicherheitsgesetz regelt die Übertragung spezieller Befugnisse zur Kontrolle und Überprüfung von Fluggästen im sogenannten Sicherheitsbereich des Flughafens. Dort können sie nicht nur Personen zur Kontrolle anhalten, sondern sie bei Störungen aus dem zu kontrollierendem Bereich verweisen. Geschützt werden die Sicherheitsbereiche durch bewaffnete Polizisten. Durch die Luftaufsichtsbehörde müssen die Kontrollorgane sich um Gegenstände, Gepäck und Fracht kümmern, die sich im Sicherheitsbereich befinden oder diesen passieren wollen.

Verordnung schreibt Sicherheitsmaßnahmen vor

Das Luftsicherheitsgesetz trat am 15. Januar 2005 in Kraft, ausschlaggebend waren die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in USA. Festgehalten sind die Vorgaben des Europäischen Parlaments zur Vorbeugung möglicher Terrorgefahren. Die Verordnung richtet sich an Luftsicherheitsbehörden, Betreiber von Flughäfen sowie Fluggesellschaften. Seit Februar 2016 maßgeblich ist die EU-Durchführungsverordnung 2015/1998, geregelt in der Verordnung Nummer 185/2010, mit der die EU-Kommission Vorgaben zu Handgepäckkontrollen umsetzte. Betroffen sind auch Anforderungen zur Ausbildung sowie Fortbildungsverfahren für private Sicherheitsdienstleister für die Luftsicherheit. Folgende Verordnungen sind konkret betroffen:

  • EU-VO 11.2.3.1a sieht Kontrollen für Fluggäste, deren Handgepäck und mitgeführten Gegenstände vor. Die Vorgabe beinhaltet die Verwendung von technischen Hilfsmitteln zur Auffindung von Sprengstoffen mittels Handsonden und/oder Körperscannern.
  • EU-VO 11.2.3.1b schreibt Kontrollen für Personal, Waren und Fahrzeuge vor. Dazu gehören unter anderem Bordkartenkontrollen, Alarmverfolgungen, Flughafenanlieferung oder die Überwachung von externen Handwerkern, Lieferanten sowie Dienstleistern.
  • EU-VO 11.2.3.2 beschreibt Röntgenkontrollen im Auftrag von Luftfahrtunternehmen hinsichtlich Frachtgut, Post und Warenpaketen. Inkludiert sind etwa Flugzeug- beziehungsweise Kabinenkontrollen, Zugangskontrollen zu Fliegern sowie von Bordvorräten und deren Versiegelungen.

Die Verordnung führte bei privaten Sicherheitsunternehmen zu einer Erweiterung ihres Portfolios. Dabei handelt es sich um sogenannte VIP-Services, Begrüßungs- und Orientierungsunterstützung für Passagiere, Bewachungsaufgaben in Airporthotels und der internen Shops hinsichtlich Diebstahlsicherung. Denkbar sind aber auch Fahrdienste auf Rollfeldern, beispielsweise Transportaufgaben für Fluggäste vom Terminal bis zum Flugzeug, Einweisungsaufgaben gelandeter Maschinen inklusive Schleppaufgaben. Im Auftrag der Fluggesellschaften kümmern sich die Mitarbeiter auch um Dokumentenberatungen, um für diese Einreisestrafen möglichst zu verhindern sowie Tätigkeiten zu Fluggasterfassungen und im Profiling-Bereich zu Reiseabsichten mit der verbundenen Aufenthaltsberechtigungen. Last, not least sind Tätigkeiten im Line-Management betroffen, etwa das geordnete Zuführen zum Check-in oder zur Sicherheitskontrolle von Passagieren.