Job am Flughafen

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Luftsicherheitskontrollkraft am Flughafen Hahn

Den Hahn, wie der Verkehrsflughafen Frankfurt-Hahn kurz genannt wird, hat die irische Billigfluglinie Ryanair als Start-/Zielflughafen bekanntgemacht. Vorgänger des heutigen Passagier- und Luftfrachtflughafens war die US-amerikanische Hahn Air Base, benannt nach der nahegelegenen Ortschaft Hahn im rheinland-pfälzischen Rhein-Hunsrück-Kreis. Zu Beginn der 2020er-Jahre wird der Airport von dem chinesischen Konzern HNA Group betrieben. Zur HNA Group gehört die private Fluggesellschaft Hainan Airlines. Die Entfernung zwischen den beiden Flughäfen in Frankfurt und Hahn beträgt gut 120 Autokilometer.

Luftsicherheitskontrollkraft am Flughafen Frankfurt-Hahn mit Fokus auf Luftfracht und Liegenschaften

Aufgrund der geradezu exponierten Lage in direkter Nähe zu den Beneluxstaaten hat sich der Airport zu einem der deutschlandweit größten Frachtflughäfen entwickelt. In der jüngeren Vergangenheit dient der Flughafen Hahn vermehrt auch als Ausweichflughafen bei Nacht, wenn beispielsweise in Frankfurt oder in Düsseldorf das absolute Nachtflugverbot ab 23.00 Uhr greift; nicht so in Hahn.

Das Sicherheits- und Kontrollbedürfnis liegt hier aufgrund der Menge und Vielfalt schwerpunktmäßig auf Luftfracht, Luftpost und Dokumenten aus aller Welt. Das hat direkte Auswirkung auf die Arbeit der Kontrollkräfte für Personal und mitgeführte Gegenstände; kurz: Luftsicherheitskontrollkräfte am Flughafen Hahn. Deren Arbeitsgebiet weicht in vielen Belangen deutlich von dem an solchen Flughäfen mit hohem Passagieraufkommen wie Frankfurt, Berlin, München oder Düsseldorf ab.

Hier am Hahn wird die Passagierkontrolle keineswegs vernachlässigt. Während in diesem Bereich nach dem Luftsicherheitsgesetz LuftSiG vorwiegend Luftsicherheitsassistenten zum Einsatz kommen, ist in den anderen Bereichen eher die Luftsicherheitskontrollkraft gefragt.

Voraussetzungen zur Einstellung sowie Lehrinhalte für Ausbildung und Umschulung

Normalerweise dauert die Ausbildung für Neuanfänger beziehungsweise die Umschulung für Quereinsteiger oder für Berufserfahrene bis zu einem Vierteljahr. Rechtsgrundlage für die vom Bundesinnenministerium deutschlandweit einheitlich vorgegebenen Lehrinhalte ist das LuftSiG. Die modulare Ausbildung zur Luftsicherheitskontrollkraft ist zweigleisig organisier, und besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Für den zukünftigen Job müssen die Bewerber*innen ...

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens die Mittlere Reife vorweisen
  • die Prüfung gemäß § 8 LuftSiG bestehen
  • physisch fit und psychisch belastbar sein
  • im Schicht- beziehungsweise Wechselschichtdienst arbeiten können und wollen
  • ein Führungszeugnis ohne Eintragung vorweisen können
  • einen sehr guten Leumund haben
  • eine positive Schufa-Selbstauskunft vorlegen
  • teamfähig, zuverlässig und kommunikativ sein
  • insgesamt sympathisch auftreten

Die gesetzlich vorgegebenen Ausbildungsinhalte sind in der EU-Verordnung Nr. 185-2010 unter den Nummern 11.2.3.1b und 11.2.3.2. im Detail beschrieben. Sozusagen aus dem FF muss die Luftsicherheitskontrollkraft folgende Aufgaben beherrschen:

  • Kontrolle von Personal, Waren und Fahrzeugen gemäß § 8 LuftSiG, und darüber hinaus die Kontrolle von Bordkarten, das Alarmverfolgen, Streifen- und Festposten sowie Kontrollgänge, Sicherheitsbegleitung für Flughafenanlieferungen, Überwachung von Subunternehmen sowie von externen Bauarbeitern, Lieferanten, Handwerkern, ...
  • Kontrolle von Fracht und Post gemäß § 9 LuftSiG, und darüber hinaus die Röntgenkontrolle von Frachtgut, von Post und Warenpaketen, die Flugzeug- und Kabinendurchsuchung bis hin zur Flugzeugversiegelung, das Sichern von geparkten Flugzeugen vor unberechtigtem Zutritt, die Zugangskontrolle zum Flugzeug, das Kontrollieren von Bordvorräten, ...

Joballtag der Luftsicherheitskontrollkraft am Hahn

Die tägliche Arbeit ist einfach und schnell erklärt: kontrollieren, kontrollieren und nochmals kontrollieren. Die Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände muss alles und jeden kontrollieren. Unter anderem Flugpersonal und gemeinsam mit dem LuftAss auch die Fluggäste, vor allem aber die weltweite tägliche Luftfracht, Luftpost, Frachtdokumente sowie auch den 560 Hektar großen Flughafen als Liegenschaft mit Freiflächen, Flugbahn und allen Immobilien. Zubringer und Abholer, Besucher bis hin zu den Beschäftigten am Hahn werden bei Bedarf und an jedem Ort kontrolliert. Ergänzend zu den direkt im LuftSig vorgesehenen Kontrollen ergeben sich weitere Arbeitseinsätze im Alltag.

Dazu einige Beispiele

  • Bewachungstätigkeit mit Diebstahlsicherung und Dokumentation
  • Flugzeugeinweisung rund um die Uhr
  • Flugzeugschleppen, auch Push-Back genannt
  • Bewirtschaftung der Parkplätze am Flughafen
  • Fahrdienst auf Rollfeld und Flugvorfeld für das Flugpersonal
  • weitere Groundhandler-Arbeiten

Bedingt durch den Schwerpunkt Luftfracht gegenüber Flugpassagieren wird die Mehrzahl der Luftsicherheitskontrollkräfte für den Airport Hahn nach § 9 LuftSiG ausgebildet und vor Ort eingesetzt.

Sicherheit mit überschaubaren Chancen auf berufliches Fortkommen

Jobsicherheit vor Jobkarriere; so lässt sich die Situation hier in Frankfurt-Hahn am besten beschreiben. Die Aufstiegschancen, beispielsweise zum Team- oder zu einem Schichtleiter, sind aufgrund der Flughafenkapazität begrenzt. Für die vorhandene Jobhierarchie gibt es in der Regel mehr Bewerber als Planstellen. Ungeachtet dessen ist der Beruf als Luftsicherheitskontrollkraft am Flughafen Hahn krisenfester und dauerhafter denn je.

Das stetig steigende Aufkommen an Passagieren und an Luftfracht macht ein verstärktes Kontrollieren unerlässlich; das ist nach dem LuftSig nur mit der entsprechenden Zahl an Luftsicherheitskontrollkräften möglich.